Alice in den Städten

Der Journalist Felix will in den USA einen Reisebericht schreiben. Schon bald muss er feststellen, dass ihm das Land die Sprache verschlägt. Zurück am Flughafen lernt Felix eine junge Deutsche kennen, die ihn bittet, ihre neunjährige Tochter Alice auf der Heimreise zu begleiten. Sie will am nächsten Tag nachkommen. Nachdem Felix und das Mädchen vergeblich gewartet haben, machen sie sich auf die Suche nach Alices Großmutter. Auf einem abenteuerlichen Trip durch das Ruhrgebiet kommen sich die beiden allmählich näher. Als sie die Suche nach der Verwandtschaft schon aufgeben wollen, wird Alices Mutter von der Polizei gefunden.

„Mit ‚Alice in den Städten’ habe ich meine eigene Handschrift im Film gefunden“, sagt Wim Wenders. Viele für ihn charakteristischen Motive und Stilmittel sind in diesem Frühwerk schon angelegt: Die Form des Road-Movie, das zwiespältige Verhältnis zu Amerika, die Liebe zur Rockmusik (Can, Deep Purple, Canned Heat, u.a.). „Alice in den Städten“ ist ein vielschichtiger, genau beobachtender Reisefilm, ein Film, der Landschaften sehen und hören lehrt. Reisen mit Wenders bedeutet: Suchen, wie man leben soll. Am Ziel angekommen, bleibt die Frage zwar fast immer unbeantwortet, doch allein die körperliche Erfahrung des Unterwegsseins, von Bewegung, von Rastlosigkeit hat seine Helden verwandelt.

 

Alice in den Städten BRD 1974, 112 Minuten, ab 6 Jahren, R: Wim Wenders, D: Yella Rottländer, Rüdiger Vogler, Lisa Kreuzer

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