Citizen Kane

Disneys „Dschungelbuch“, Godards „Außer Atem“ und Scorceses „Taxi Driver“ gehören zu einem Filmkanon für den Schulunterricht, den eine Kommission aus Regisseuren, Produzenten und Filmkritikern erarbeitet hat. Die insgesamt 35 Titel aus der Filmgeschichte sollen geeignet sein, Schüler mit den Formen und Inhalten sowie den Chancen und Risiken des Mediums vertraut zu machen.

Orson Welles’ Debütfim „Citizen Kane“, dieses in Zelluloid gehauene Monument des besessenen Verlegers Charles Foster Kane, sprengte damals, 1940, die Grenzen des Vertrauten. Auch wenn Welles seine außergewöhnlichen Stilmittel nicht erfunden hat, er entwickelte sie jedoch zur Vollkommenheit: die aus dem Stummfilm entlehnte Tiefenschärfe, die die Montage ersetzt; extreme Weitwinkelaufnahmen verzerren und erweitern den Raum; schräge Perspektiven, Unter- und Obersichten, parallele Handlungen innerhalb einer Einstellung, eine psychologisierende Lichtsetzung; der Ton, der den Bildern nicht untergeordnet wird – all diese Techniken machten aus diesem Erstling ein vitales Meisterwerk, das den Mythos des amerikanischen Traums gleichermaßen beschwört und hinterfragt.

1962 erklärte ihn die internationale Filmkritik zum „besten Film der Welt“– für viele blieb er das bis heute.

 

Citizen Kane USA 1940, 117 Minuten, ab 12 Jahren, R: Orson Welles, D: Orson Welles, Joseph Cotten, Agnes Moorehead

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=YXIr1P9Fm5A

 

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