Der große Diktator (The Great Dictator)

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„Gott lebt in euch allen und ihr als Volk habt die Macht, Kanonen zu fabrizieren oder Glück zu spenden.“ Diktator Hynkel unterbricht kurz seine Rede, dann fährt er fort: „Ihr als Volk habt es in der Hand, dieses Leben einmalig kostbar zu machen, und es mit Freiheitsgeist zu füllen. Daher – im Namen der Demokratie – lasst uns diese Macht nutzen, lasst uns zusammenstehen, lasst uns kämpfen, für eine neue Welt, eine anständige Welt!“

Die Zuhörer sind sichtlich irritiert. Das soll der despotische Herrscher Tomaniens sein, der mit seinen Armeen gerade in Austerlich einmarschiert ist? Was die Menschen nicht wissen: Hynkel ist mit seinem Doppelgänger, einem aus dem KZ entflohenen jüdischen Barbier, verwechselt worden, und dieser nutzt die Gelegenheit zu einem rührenden Appell für Toleranz, Menschlichkeit und Frieden.

„Der große Diktator“ ist das persönlichste Bekenntnis des Komikers Chaplin – und sicherlich sein politischstes. Der Regisseur, der hier in einer Doppelrolle zu bewundern ist, wagte den Spagat zwischen einer geistreichen Slapstick-Satire und einer herzergreifenden Farce und wurde dafür belohnt: Nach dem Kriegseintritt der USA entwickelte sich das prophetische Meisterwerk zu seinem erfolgreichsten Film. Nur in Chicago erhielt er – wegen des hohen deutschstämmigen Bevölkerungsanteils – zuerst keine Vorführgenehmigung.

 

Der große Diktator USA 1940, 126 Minuten, ab 12 Jahren, R: Charles Chaplin, D: Charles Chaplin, Paulette Goddard, Jack Oakie

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