Fanfan, der Husar (Fanfan la Tulipe)

„La tulipe“ nennt er sich, dieser Fanfan, seit er Madame Pompadour, die Geliebte Louis XV., und des Königs Töchterchen aus der Hand gemeiner Gauner gerettet und dafür zur Belohnung eine Tulpe erhielt. Die Begegnung mit der Prinzessin hatte ihm die bezaubernde Adeline orakelt, sogar, daß er sie zur Gemahlin bekommen werde, wenn er zu den Soldaten ginge.

Kaum hat Fanfan die Uniform übergestreift, bricht auch schon der Krieg aus. Er trifft Adeline erneut, verliebt sich Hals über Kopf in sie, doch sie wird ihm geraubt, sodaß er aufs Ganze gehen muß: Zum Schluß hat er nicht nur sein Mädchen, sondern gewinnt allein den ganzen Krieg. Was bleibt dem König übrig, als Adeline zu adoptieren und so dafür zu sorgen, daß sich ihre Prophezeihung erfüllt.

„Fanfan“ ist in jeder Hinsicht ein Husarenstück, dessen Regisseur die Film- und Literaturgeschichte geplündert, seine zahlreichen Vorbilder nicht verleugnet und dennoch einen unvergleichlichen Film geschaffen hat, der die Synthese und den Höhepunkt aller früheren Mantel-und-Degen-Filme darstellt. „Fanfan“, das ist ein Film, der sein Genre ernst nimmt und parodiert. „Fanfan“, das ist der Graf von Monte Christo, Zorro und die drei Musketiere in einer Figur.

Kein Zweifel, „Fanfan“ ist ein Meisterwerk, und es mindert die Leistung Christian-Jaques (der dafür 1952 in Cannes den Regiepreis bekam) nicht im Geringsten, wenn man erwähnt, daß das nicht nur an der brillanten Fotografie, an der meisterlichen Montage und am witzigen Drehbuch mit dieser Mischung aus Romantik und Aktion, von wilden Jagden und Fechtkämpfen liegt. Zum unbeschwerten Vergnügen tragen vor allem die beiden Hauptdarsteller bei: Für die appetitlich anzusehende Gina Lollobrigida bedeutete der Film den internationalen Durchbruch. Den unwiderstehlichen Charme verdankt „Fanfan“ aber Gérard Philipe, jenem grandiosen Mimen, der viel zu jung gestorben ist, schon mit 37, ein Volksmythos bis heute, ein reifer Mann und zugleich ein lausbubenhaften Held.

 

Fanfan, der Husar Frankreich/Italien 1951, 100 Minuten, ab 16 Jahren, R: Christian-Jaque; D: Gérard Philipe, Olivier Hussenot, Gina Lollobrigida

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