Fear and Loathing in Las Vegas

Hunter S. Thompson ist Erfinder des Gonzo-Journalismus, der sich durch allerlei Sarkasmen, Übertreibungen und Beleidigungen auszeichnet. Das Thema seines Artikels interessiert den Gonzo-Reporter nur am Rande, er will sich selbst und die eigenen – zumeist recht nebulösen – Auffassungen zur Schau stellen. 27 Jahre lang galt Thompsons Roman „Fear and Loathing in Las Vegas“, die unbestrittene Gonzo-Bibel, als unverfilmbar. 1998 ist Ex-Monty-Python Terry Gilliam, der seine Vorliebe für extravagante Stoffe bereits öfter unter Beweis gestellt hat („Brazil“, „Twelve Monkeys“), angetreten, um die Welt vom Gegenteil zu überzeugen.

Die Geschichte beschreiben zu wollen, dürfte ein müßiges Unterfangen sein. Dennoch so viel: Journalist Raoul Duke und sein Anwalt Gonzo sind mit ihrem Cabrio unterwegs nach Las Vegas. Sie sollen für eine Zeitschrift über ein Autorennen in der Wüste berichten. Doch natürlich steckt für die beiden hinter dem Ausflug viel mehr als eine bloße Reportage. Im Kofferraum jede erdenkliche Droge reisen sie durchs Land und lassen sich auch nicht von eifrigen Highwaycops, unfreundlichen Drogenfahndern, hochnäsigen Hotelangestellten und permanenten Horrortrips aufhalten.

„Fear and Loathing in Las Vegas“ ist eine atemberaubende Abrechnung mit einem Amerika, das mit Karacho auf den Abgrund zurast, ein skurriler Trip in aberwitzige Bilderwelten, der von Gilliams ausschweifender Fantasie ebenso lebt wie von der Spielfreude der Hauptdarsteller. Johnny Depp mit Halbglatze und Benico Del Toro als Gonzo agieren so übermütig und ungehemmt, daß es dem Zuschauer beinahe unmöglich ist, nicht mitgerissen zu werden.

„Einige werden in Duke und Gonzo vielleicht nur zwei Spinner sehen, die sich mit Drogen aller Art voll stopfen“, hat Johnny Depp gesagt. „Aber sie machen das nicht zur Entspannung, sondern aus einem ehrlichen Bedürfnis heraus.“ Ob er mit dieser Einschätzung Recht hat, kann man jetzt noch einmal in drei Hamburger Kinos herausfinden.

Fear and Loathing in Las Vegas USA 1998, 115 Minuten, ab 16 Jahren, R: Terry Gilliam; D: Johnny Depp, Benico Del Toro, Ellen Barkin, Cameron Diaz

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