Lola rennt

Am Anfang steht ein Zitat von T. S. Eliot: „Wir lassen nie vom Suchen ab, doch am Ende allen unseren Suchens sind wir am Ausgangspunkt zurück und werden diesen Ort zum ersten Mal erfassen.“ Die Kamera jagt los, über Straßen und Plätze, fokussiert einzelne Passanten, zuletzt einen Wachmann. „Der Ball ist rund, ein Spiel dauert 90 Minuten. So viel ist schon mal klar, alles andere ist Theorie“, sagt er und kickt einen Ball in die Luft. Von oben sehen wir, wie sich die Menschen zu den Buchstaben des Filmtitels gruppieren. Gleich darauf schlägt die Kamera im „O“ von „Lola rennt“ ein und eine rothaarige Zeichentrickfigur wird von einem Strudel erfasst. Schnitt. Die Kamera rast auf Berlin hinab, in einen Hinterhof, durch ein Fenster und auf ein Telefon zu, das in diesem Moment klingelt. Lola nimmt ab. Es ist Manni, ihr Freund, der hin und wieder als Geldkurier für die Unterwelt jobbt. Alles ist schief gegangen, erzählt er atemlos: Als er vor den U-Bahn-Kontrolleuren abgehauen ist, hat er eine Tüte mit 100.000 Mark im Abteil vergessen. In 20 Minuten muss er das Geld abliefern, sonst wird er sterben. Lolas Hirn rast: 20 Minuten, um 100.000 Mark aufzutreiben und Mannis Leben zu retten. Sie stürzt aus dem Haus und läuft los…

Mit einer atemberaubenden Visualität und dem Tempo der Metropole feiert Tom Tykwers Genremix den Triumph einer Liebe, die das Lebensgefühl der späten Neunziger reflektiert.

 

Lola rennt Deutschland 1998, 81 Minuten, ab 12 Jahren, R: Tom Tykwer, D:Franka Potente, Moritz Bleibtreu, Herbert Knaup, Armin Rohde

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