Jansen Ego

janssen

„Hätte er nicht gezeichnet, hätte er wahrscheinlich gemordet“, hat einmal ein Kritiker über ihn gesagt. Horst Janssen (1929-1995), virtuoser Zeichner und Radierer, war das Enfant terrible des Hamburger Kunstbetriebs. Ein selbstgerechter Egomane, behaupten viele noch heute, ein Schausteller des eigenen Ich, der dem Alkohol und wüsten Beschimpfungen zugeneigt war, sich durch allerlei Schabernack dem Ernst des Lebens entzog – und überhaupt alles andere als ein bedeutender Künstler.

„Janssen: Ego“, Peter Voss-Andreaes 118-minütige Dokumentation, versucht dem Phänomen Janssen mit linearer Genauigkeit und beinahe quälender Intensität auf die Schliche zu kommen. Acht lange Jahre hat der Hamburger Rechtsanwalt und Filmemacher den umstrittenen Kunstschaffenden begleitet und aus dem gesammelten Material einen Film zusammengestellt, der ebenso wild, aufbegehrend und polemisch daherkommt wie sein Titelheld, ebenso schonungslos wie dessen Kunst.

„Allein bin ich gut. Zu zweit eine Katastrophe. Ich kann nicht allein sein.“ bekannte Janssen, zu dessen Grundthemen die Erkenntnis immer neuer existentieller Abgründe gehörte, die Angst und die Trauer des Alltags. „Ich bin hinter den flüchtigen Erscheinungen dieser Welt in ihren wechselnden Verkleidungen her, damit ich bei meiner Beerdigung sagen kann: ‚Ich hab’s gesehen!’“

 

Janssen: Ego BRD 1982-89, 118 Minuten, ab 6 Jahren, R: Peter Voss-Andreae, D: Horst Janssen u.v.a

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