Ich will dich — Begegnungen mit Hilde Domin

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„Ich richte mir ein Zimmer ein in der Luft/unter den Akrobaten und Vögeln:/mein Bett auf dem Trapez des Gefühls/wie ein Nest im Wind/
auf der äußersten Spitze des Zweigs.“

So beginnt das Gedicht „Nur eine Rose als Stütze“, das Hilde Domin 1959 bekannt machte. Die Regisseurin Anna Ditges hat die Grande Dame der deutschen Nachkriegs-Lyrik in ihren zwei letzten Lebensjahren mit der Kamera begleitet. Ihr biografisches Essay bezieht seine Spannung vor allem aus dem Altersunterschied der beiden Frauen (etwa 70 Jahre) und Ditges Courage, ebenso simple wie zwingende Fragen zu stellen: zur Kreativität (Was braucht man, um ein Gedicht zu schreiben? „Einen Stift!“), aber auch zur jüdischen Identität und zum Nationalsozialismus. Gekonnt wird hier das Werk der Autorin mit den spannenden Stationen eines bewegten Lebens kontrastiert und zugleich das Entstehen einer unerwarteten Freundschaft dokumentiert. Ein packendes Porträt, persönlich, dicht und direkt.

 

Ich will dich — Begegnungen mit Hilde Domin Deutschland 2007, 95 Minuten, ohne Altersbeschränkung, R: Anna Ditges D: Hilde Domin u.a.

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