Das Zigeunerlager zieht in den Himmel

Alexei Peschkow, geboren 1868 und bereits im Alter von neun Jahren verwaist, musste früh die Schule verlassen und reiste auf der Suche nach Arbeit durch weite Teile Russlands. Unter dem Eindruck seiner Erlebnisse schrieb er die Erzählung „Makar Tschudra“, die von der russischen Romantik geprägt ist und zu deren Veröffentlichung er sich das Pseudonym „Maxim Gorki“ – Gorki heißt Der Bittere“ – zulegte. Er erzählt darin die Geschichte eines Zigeunerclans, der versucht, gestohlene Pferde über die österreichisch-ungarische Grenze zu schmuggeln. Bei einem Polizeieinsatz wird der Zigeuner Sobar verwundet. Rada, eine junge, unbekannte Zigeunerin, rettet ihn und heilt seine Wunden. Sobar verliebt sich in das Mädchen. Doch diese ist misstrauisch: „Keinen habe ich jemals geliebt, aber dich liebe ich. Aber ich liebe auch die Freiheit, und die Freiheit liebe ich mehr als dich.“ Sie will Sobar nur dann gehören, wenn er ihr seine Demut beweist.

Die hierzulande wenig bekannte Verfilmung von Emil Loteanu („Anna Pawlowa“, „Skorlupa“) nutzt die dramatische Liebesgeschichte zwischen der stolzen Rada, die ihre Unabhängigkeit nicht aufgeben mag, und dem verwegenen Pferdedieb Sobar, um ein Feuerwerk der Tänze, Lieder und Leidenschaften abzubrennen. Der moldawische Regisseur hat den 1976 auf 70 mm gedrehten Film zwar mit allerhand sinnenfreudigen Bildern und einem prachtvollen Ton ausgestattet, ihm ist jedoch das Kunststück gelungen, dass man den bisweilen etwas übertriebenen Folklorismus des „lustigen Zigeunerlebens“ prima erträgt.

 

Das Zigeunerlager zieht in den Himmel UdSSR 1976, 99 Minuten, ab 12 Jahren, R: Emil Lotjanu, D: Swetlana Toma, Grigori Grigoriu, Boris Mulajew

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