Fahrraddiebe

fahraddiebe

„Fahrraddiebe“ gehört neben „Panzerkreuzer Potemkin“, „Citizen Kane“ oder „Die sieben Samurai“ zu den Filmen, die man einfach gesehen haben muss. Vittorio De Sica schuf mit seinem Meisterwerk ein vollkommen neues Genre, den Neorealismus, der das internationale Kino der 50er und 60er maßgeblich veränderte.

Antonio, der lange arbeitslos gewesen ist, kann endlich als Plakatkleber anfangen. Für den Job braucht er allerdings ein Fahrrad. Das wird mit der letzten Bettwäsche der Familie bei einem Pfandleiher ausgelöst und gleich am ersten Arbeitstag gestohlen. Da er von der Polizei keine Unterstützung erhält, macht sich Antonio, verfolgt von seinem kleinen Sohn, auf die Suche nach dem Dieb. Schicksal und Zufall führen sie zum Täter, einem jungen Mann, dem es noch schlechter als ihnen geht. In seiner Verzweiflung versucht Antonio selbst ein Fahrrad zu stehlen. Fassungslos muss der Junge mitansehen, wie sein Vater gestellt und von fremden Menschen erniedrigt wird.

Nachdem Hollywood-Produzenten abgewunken hatten, die lieber Cary Grant in der Hauptrolle gesehen hätten, war De Sica auf die finanzielle Hilfe seiner Freunde angewiesen. Er drehte an Originalschauplätzen und ausschließlich mit Laiendarstellern. Den straffen Inszenierungsstil und die unsentimentale Sozialkritik hat der Regisseur durch eine dezente romantische Tonlage angereichert. Entstanden ist nicht nur ein Film über die Stadt Rom und ihre Bewohner in der Nachkriegszeit, sondern das Portrait eines kleinen Mannes, der unter der Brutalität der großen Stadt zu zerbrechen droht, bis sein Sohn, für den dieses Erlebnis die erste große Welt-Enttäuschung darstellt, tröstend die Hand in seine legt.

 

Fahrraddiebe Italien 1948, 88 Minuten, s/w, ab 12 Jahren, R: Vittorio de Sica, D: Lamberto Maggiorani, Enzo Staiola, Lianella Carell

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