Ein „Wuff“ genügte!

lassie

Natürlich erinnere ich mich noch genau an die Titelmelodie von „Bonanza“. Ich erinnere mich auch an meine Bauchschmerzen, weil nach „Bonanza“ nicht mehr viel passierte, nur noch Ranzen packen, pennen und dann wieder los zur Schule. An das Geräusch von Emma Peels Knautschlack-Kampfanzug erinnere ich mich ebenso. Und an die Stimme des Lenor-Gewissens.

Das Fernsehen in den Siebzigern war – anders als heute – ein Ereignis. Es hatte noch richtige Stars: „Wickie“ beispielsweise oder „Pan Tau“. Und es gab haufenweise Kultobjekte: das ominöse Fragezeichen in Rudi Carrells „Am laufenden Band“ etwa, die Schmierseife bei „Spiel ohne Grenzen“ oder die 20 Zentimeter breiten Schlipse von Michael Douglas in „Die Straßen von San Francisco“.

Die absolut ödeste Es-ist-mal-wieder-Sonntag-nachmittag-und-wir-wissen-nicht-was-wir-machen-sollen-Serie war „Unsere kleine Farm“. Manchmal, wenn wir die elterlichen Spaziergänge boykottieren konnten und auf den beiden anderen Sendern noch größere Monotonie zu befürchten war, haben wir sie uns dennoch angesehen. Das heute so populäre „Zappen“ war damals nämlich out. Einerseits mangelte es an fingersensiblen Fernbedienungen, andererseits hielt sich stur das Gerücht, der Fernseher würde vom häufigen Umschalten kaputtgehen.

Umgeschaltet haben wir höchstens, wenn „Flipper“ kam, wobei es ja wirklich unglaublich war, was alles in dieser einen Bucht irgendwo in Florida passierte: Ständig musste „der kluge Delfin“ angeschwommen kommen, um Porter Ricks und seine Söhne Sandy und Bud aus brenzligen Situationen retten.

Flipper kämpfte mit gemeinen Haien und noch gemeineren Schurken, befreite seinen zwölfjährigen Freund aus einem ins Meer gestürzten Flugzeug und wies dem vor dem Ruin stehenden Fischer Porter den Weg zu neuen, reichen Fischgründen.

Flipper als Freund und Helfer, der alles versteht und alles verzeiht. Genauso edel, hilfreich und gut wie die anderen tierischen Helden unserer Kindheit: Fury, Skippy, das Buschkänguru und ganz besonders Lassie.

Lassie war Flipper ohne Flossen und überhaupt das menschlichste aller Film-Tiere. Einfach toll, wie der liebenswerte Collie mit einem einzigen „Wuff“ hochkomplizierte Sachverhalte erklären konnte: „Timmy ist auf den hohen Baum am Fluss geklettert und kommt nicht wieder runter!“ Dann wurde immer die dramatische „Lassie holt Hilfe“-Musik gespielt.

Mit normalen Hunden hatte Lassie nicht viel zu tun: In neun Spielfilmen und 600 Fernsehfolgen biss er keinen einzigen Briefträger, und er schnauzte auch niemandem zwischen den Beinen herum. Lassie war durch und durch heile Welt. Intakte Familie, gesunde Natur und alte Werte. Genau das Richtige für unsere Sonntagnachmittage also.

Irgendwann kamen dann die Eltern nach Hause und fragten: „Hast du schon wieder umgestellt? Die nächste Reparatur bezahlst du von deinem Taschengeld!“ Zum Glück gab es keine nächste Reparatur, weil wenig später ein Farbfernseher mit Fernbedienung unsere gute Stube schmückte.

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Lassie im Internet unter: http://www.lassie.net

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