Im Zeichen des Bösen (Touch of Evil)

evil

Ausgerechnet Charlton Heston –jenem verknöcherten Hollywood-Haudegen also, der gerade zum dritten Mal Vizepräsident der „Vereinigung amerikanischer Waffenbesitzer“ geworden ist – hat Orson Welles die Regie von „Im Zeichen des Bösen“ zu verdanken. Eigentlich war Welles nämlich nur für die Rolle des desillusionierten Cops Quinlan vorgesehen. Da aber Heston, der die Hauptrolle des mexikanischen Drogenfahnders Mike Vargas spielen sollte, ein großer Bewunderer des bisweilen recht exzentrischen Filmemachers war und sich bei den Produzenten für ihn einsetzte, durfte Welles – wenn auch nur für die Darsteller-Gage – das Drehbuch überarbeiten und den Film inszenieren.

Whit Mastersons Roman „Badge of Evil“ ist von Welles in einigen wichtigen Punkten verändert und erweitert worden. So etwa um zwei Themen, die in seinen Arbeiten von Bedeutung sind, in der Vorlage aber nicht auftauchen: Rassismus und Vorurteile. Herausgekommen ist schließlich ein vielschichtiger Thriller, in dem ein Mord in einer öden mexikanischen Grenzstadt das tödliche Duell zwischen zwei grundverschiedenen Männern nach sich zieht. Ein Thriller, der intelligent an die Tradition des „Film Noir“ anknüpft, um sie gleichzeitig ad absurdum zu führen.

Auch wenn „Im Zeichen des Bösen“ damals ein kommerzieller Reinfall gewesen ist, wurde er von vielen als das Meisterwerk gewürdigt, als das es allein wegen seiner Atmosphäre, seiner Fotografie und der brillanten Nebendarsteller (Janet Leigh, Marlene Dietrich, Joseph Cotton und Zsa Zsa Gabor) gelten muss.

 

Im Zeichen des Bösen USA 1958, 105 Min., R. Orson Welles, D. Charlton Heston, Orson Welles, Janet Leigh, Marlene Dietrich

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