Cinema Paradiso

„Da sitz ich ganz hinten/ganz allein im Kino/und möchte gern tot sein/mit Tränen in den Augen/jahrelang mit beiden Armen auf der Lehne“. Dass das Kino ein magischer Ort ist, ein Ort, der die Wirklichkeit außer Kraft setzt, indem er seine eigene Wirklichkeit schafft, weiß nicht nur der Dichter Wolf Wondratschek, sondern auch Toto, der 10-jährige Held in Guiseppe Tornatores („Die Legende vom Ozeanpianisten“) hinreißendem Melodrama „Cinema Paradiso“.

Sizilien, Mitte der 40er Jahre. Toto, der bei seiner alleinerziehenden Mutter lebt, geht für sein Leben gern ins Kino. Da er kein Geld hat, schleicht er sich immer dann ins Dorfkino Paradiso, wenn der sittenstrenge Pfarrer Adelfio die neuen Filme zensiert. Alle anrüchigen Sequenzen müssen entfernt werden, vor allem die Kussszenen, die in einem Pappkarton gesammelt werden. Der kleine Junge schließt Freundschaft mit dem Filmvorführer Alfredo (Philippe Noiret), der ihn nicht nur in die Geheimnisse der Filmvorführung einweiht, sondern für ihn zu einem Vaterersatz wird. Bei einem Feuer im Vorführraum wird Alfredo im letzten Moment von Toto gerettet, doch der alte Mann erblindet. Von nun an führt Toto die Filme selbst vor, bis er als junger Mann das Dorf verlässt und in Rom Karriere als Regisseur macht.
Nach Jahren führt ihn Alfredos Tod wieder in sein Heimatdorf zurück, wo das unrentabel gewordene Paradiso einem Supermarkt weichen muss …

„Cinema Paradiso“ ist weit mehr als eine wehmütige Liebeserklärung an das Kino und dessen nostalgischer Abgesang. Es ist eine Geschichte von Freundschaft und Liebe, von Trauer und Glück sowie ein liebenswert-ironischer Einblick in die Entwicklung von Moral und Zensur im Nachkriegs-Italien.

Tornatores Film wurde 1989 mit dem großen Spezialpreis der Jury bei den Filmfestspielen in Cannes und dem Oscar für den besten fremdsprachigen Film ausgezeichnet. Der brillante Philippe Noiret erhielt den Europäischen Filmpreis in der Kategorie bester Schauspieler.

 

Cinema Paradiso Italien/Frankreich 1989, 123 Minuten, ab 12 Jahren, R: Giuseppe Tornatore D: Philippe Noiret, Jacques Perrin, Salvatore Cascio

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