Die Legende von Paul und Paula

paulpaula

Leidenschaft, Liebe und Tod – aus diesen Ingredienzien gestalteten Regisseur Heiner Carrow und sein Drehbuchautor Ulrich Plenzdorf 1973 den wohl erfolgreichsten DEFA-Film aller Zeiten.

Sie erzählen von der lebenslustigen Paula, die als Kassiererin in einer Kaufhalle arbeitet, und dem Staatsbeamten Paul, der versucht, aus seiner trostlosen Ehe zu fliehen und seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen. Und dazu singen die Puhdys: „Geh‘ zu ihr und lass deinen Drachen steigen“.

Alles oder nichts. Paula weiß, was sie will. Nachdem sie ihren letzten Verehrer in Flagranti erwischt und vor die Tür gesetzt hat, lebt sie mit ihren beiden Kindern allein am Prenzlauer Berg. Während sie noch mit dem Gedanken an eine Vernunftehe mit dem Reifenhändler Saft spielt, lernt sie eines Abends in der Disco Paul kennen und lieben. Außer sich vor Glück verführt sie ihn. Doch Paul, unberechenbar in seinen Entscheidungen, verspielt fast seine große Chance. Als eines ihrer Kinder bei einem Autounfall ums Leben kommt, gibt sie ihm eine Mitschuld und beendet die Beziehung. Paul bleibt nichts anderes übrig, als um die gemeinsame Zukunft zu kämpfen: Mit einer Axt schlägt er ihre Tür ein und nimmt sie unter dem Beifall der Nachbarn in die Arme.

Nicht nur die Zuschauer in der ehemaligen DDR, auch die im kapitalistischen Ausland, waren von der romantischen und ironischen Interpretation der real-sozialistischen Wirklichkeit, von den Träumen und Sehnsüchten sowie der überwältigenden Originalität der Protagonisten entzückt. Einmalig, wie Angelica Domröse und Winfried Glatzeder mit anderen Tanzpartnern über das Parkett schieben und doch nur Blicke füreinander haben.

Bei den Parteibonzen stieß „Die Legende von Paul und Paula“ wegen zahlloser kleiner Bosheiten auf keine Gegenliebe. So verließ beispielsweise der DDR-Kulturrat das Premierenkino mit lautem Türknallen.

1979 veröffentlichte Plenzdorf übrigens als Fortsetzung den Roman „Legende vom Glück ohne Ende“.

 

Die Legende von Paul und Paula DDR 1973, 105 Minuten, ab 16 Jahren, R: Heiner Carow D: Angelica Domröse, Winfried Glatzeder, Heidemarie Wenzel

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